Musterschüler*in werden

Was ist eigentlich ein*e Musterschüler*in? Und warum sollte man das werden wollen? Braucht man dafür irgendwelche besonderen Lerntechniken oder steckt noch etwas Anderes dahinter? In dieser Rubrik wollen wir Euch Tipps geben und unsere persönlichen Erfahrungen darin teilen, wie man nicht nur im Allgemeinen, sondern auch in bestimmten "Problemfächern" wie zum Beispiel Mathematik oder Physik besser wird. 

  • Katia Werkmeister

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Sie haben alle Volkswirtschaftslehre (VWL) studiert. Das bedeutet natürlich nicht, dass jede:r VWL-Student:in ähnlich berühmt wird, doch es zeigt die Vielfalt dieses Fachs, das ich Dir im Folgenden genauer vorstellen möchte.


1. Worum geht es in der Volkswirtschaftslehre?

Während sich die Betriebswirtschaftslehre mit konkreten Abläufen innerhalb eines Unternehmens auseinandersetzt, untersucht die VWL die Interaktionen wirtschaftlicher Akteur:innen in einem größeren und allgemeineren Zusammenhang. Volkswirt:innen stellen sich beispielsweise folgende Fragen:

  • Wie entscheiden Personen, wie viel sie von welchem Produkt kaufen?

  • Was bestimmt, welches Gehalt eine Person erhält?

  • Wie reagieren Unternehmen auf Steuererhöhungen?

  • Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Arbeitslosenquote und der Preisentwicklung?

  • Welche Maßnahmen wirken in einer Wirtschaftskrise?

  • Wie hängen Wechselkurse und Außenhandel zusammen?


Die ersten drei Fragen sind typische Themen der Mikroökonomie, die sich mit dem individuellen Verhalten wirtschaftlicher Akteur:innen beschäftigen. Im Zentrum der Mikroökonomie stehen Entscheidungen einzelner Konsument:innen und Unternehmen. Gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge und das zusammengefasste Verhalten aller Konsument:innen und Unternehmen, wie zum Beispiel die letzten drei Fragen, sind hingegen der Gegenstand der Makroökonomie. Beide Teilbereiche arbeiten viel mit Modellen, die von der Wirklichkeit abstrahieren so, wie eine Landkarte nicht alle Details einer Landschaft darstellt, sondern von ihr abstrahiert.


2. Wie ist das Studium der Volkswirtschaftslehre aufgebaut?

In der Regel besuchst Du in den ersten Jahren des Bachelorstudiums Veranstaltungen zu Grundlagen der Makroökonomie, Mikroökonomie und Statistik. Während Du Dich in den makro- und mikroökonomischen Veranstaltungen mit Theorien und Modellen beschäftigst, lernst Du in Deinen Veranstaltungen zu Statistik, wie Du diese Theorien anhand von Daten überprüfst. Anschließend kannst Du Dich zwischen Vertiefungen entscheiden, die sich zum Beispiel mit dem Arbeitsmarkt, der Wirtschaftspolitik oder der Außenwirtschaft auseinandersetzen.

Im Laufe des Studiums werden die Veranstaltungen immer interaktiver. Während die Grundlagenvorlesungen in den ersten Studienjahren an großen Universitäten von mehreren hundert Studierenden besucht werden, sind spätere Kurse kleiner und ermöglichen dadurch eine aktive Beteiligung der Studierenden.

Neben den VWL-Veranstaltungen besuchst Du Kurse aus anderen Disziplinen, beispielsweise Betriebswirtschaftslehre, Soziologie, Informatik, Politikwissenschaft oder Recht. An manchen Universitäten wird das VWL-Studium auch in Kombination mit einem Nebenfach angeboten.


3. Ist das VWL-Studium das Richtige für mich?

Grundsätzlich solltest Du Dich natürlich für wirtschaftspolitische Fragestellungen interessieren. Zwar wird in den Veranstaltungen nur selten über tagesaktuelle Wirtschaftsthemen gesprochen, es hilft Dir aber beim Verständnis des Stoffes, wenn Du abstrakte Modelle aus dem Studium auf konkrete Probleme anwenden kannst.

Eine wichtige Voraussetzung für das VWL-Studium sind solide mathematische Grundkenntnisse, insbesondere zu Ableitungen, Gleichungssystemen und Statistik. Dir sollte vor Studienbeginn bewusst sein, dass Du im Verlauf des Studiums viel rechnen musst, mit dem Wissen der Oberstufe lässt sich das aber gut bewältigen. Außerdem wirst Du im Verlauf des Studiums vermutlich Statistiksoftware kennenlernen oder mit Excel arbeiten.

Meistens musst Du für die Zulassung zum VWL-Studium Englischkenntnisse auf B2-Niveau nachweisen können. An deutschen Universitäten ist das Bachelorstudium zwar zu großen Teilen auf Deutsch, häufig gibt es aber einzelne Veranstaltungen auf Englisch. Außerdem sind viele Lehrbücher und wissenschaftliche Artikel auf Englisch.


4. Welche Möglichkeiten habe ich im Anschluss an das Studium?

Die meisten Studierenden der Volkswirtschaftslehre machen sowohl einen Bachelor als auch einen Master. Etwa jede:r sechste Masterabsolvent:in beginnt im Anschluss eine Promotion und strebt damit einen Doktortitel an.

Die Vielfalt des Faches ist zugleich Vor- und Nachteil: Einerseits stehen Dir viele Wege offen. Zu den möglichen Arbeitgeber:innen gehören internationale Organisationen, Unternehmen, Ministerien, (Investment-)Banken, Versicherungen, Stiftungen und Unternehmens- oder Politikberatungen. Andererseits wirst Du nicht auf einen bestimmten Beruf vorbereitet und stehst mit Absolvent:innen anderer Studiengänge in Konkurrenz. Hier kann es wichtig werden, welche Vertiefungen Du im Laufe des Studiums gewählt hast oder ob Du während des Studiums im Rahmen von Praktika oder Nebenjobs erste Berufserfahrung gesammelt hast.

KATIA WERKMEISTER

Hallo, ich heiße Katia, bin 21 Jahre alt und studiere Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft in München. Bei Aelius bin ich im Bereich Marketing und Public Relations aktiv. Wenn Du Fragen zum Studium oder Anregungen hast, kannst Du mir gerne unter katia.werkmeister@aelius-foerderwerk.de eine E-Mail schreiben. Ich freue mich, von Dir zu hören und wünsche Dir alles Gute!

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